Verbandsversammlung 2018

Ausbildung der Führungskräfte und Anerkennung des Ehrenamts waren zentrale Themen des Abends

Rund 180 delegierte Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus dem Landkreis Gießen sowie Ehrengäste folgten der Einladung des Vorstandes zur Verbandsversammlung 2018 ins Bürgerhaus Allendorf/Lumda. Unter den Ehrengästen waren unter anderem die Landrätin Anita Schneider, der Kreistagsvorsitzende Karl-Heinz Funk, Vertreter der Polizei, des THW, der DLRG, des DRK, der JUH, Vertreter der Kreisfeuerwehrverbände Wetzlar und Vogelsbergkreis sowie Stefanie Orlik als Vertreterin des langjährigen Kooperationspartners Stadtwerke Gießen. Musikalisch begleitet wurde der Abend durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf.

Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf

Nach der Begrüßung des Vorsitzenden Michael Klier, richtete die Landrätin Anita Schneider Grußworte an die Vertreter der Feuerwehren und überbrachte die positive Nachricht, dass die jährliche Zuwendung für den Kreisfeuerwehrverband von 5000 Euro auf 8000 Euro erhöht wurde. Der Mehrbetrag von 3000 Euro ist für die Förderung der Feuerwehrmusik vorgesehen. Außerdem ist die Landrätin auf der Suche nach Sponsoren für die Anschaffung einer Hüpfburg. Diese soll den Feuerwehren für öffentliche Veranstaltungen, wie zum Beispiel bei einem „Tag der offenen Tür“, mittels Ausleihe zur Verfügung stehen.

Vorstand

Im Anschluss sprach der Vizepräsident des Hessischen Landtags, Wolfgang Greilich. Er bezog sich auf den Besuch des Kreisfeuerwehrverbandes im Hessischen Landtag im Jahr 2016. Damals wurden die mangelnde Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements sowie die Erkenntnis, dass sich Engagement in Freiwilligen Feuerwehren negativ auf das Berufsleben, insbesondere während Einstellungsverfahren auswirken kann, thematisiert. Daraufhin formulierte der Kreisfeuerwehrverband ein Positionspapier, das im Dezember 2017 an Abgeordnete des hessischen Landtags, des Bundestags sowie an Stadt und Landkreis Gießen und die Fraktionen der regionalen Parlamente versendet wurde.

Wolfgang Greilich berichtete, dass er die zentralen Themen des Positionspapiers zur Genehmigung im hessischen Innenausschuss beantragt hatte. Der Antrag beinhaltete folgende Forderungen des Kreisfeuerwehrverbandes: Die Durchführung einer landesweiten Abfrage zur Erhebung der Ausbildungsbedarfe, die Ausweitung des Bildungsangebotes der hessischen Landesfeuerwehrschule um Kurse für Führungskräfte sowie die Einführung eines Feuerwehrzeugnisses zur Sichtbarmachung der innerhalb der Feuerwehr erworbenen Kompetenzen. Bedauerlicherweise wurde der Antrag abgelehnt. Greilich versprach, dieses Thema weiterhin zur bearbeiten und an den entsprechenden Stellen zur Sprache zu bringen. Das Positionspapier ist allerdings nicht lautlos verhallt. Es hat beispielsweise dazu geführt, dass zukünftig ehrenamtliches Engagement im Rahmen von Einstellungsverfahren bei der Stadt und des Landkreises Gießen positiv bewertet werden.

Im Anschluss sprach der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Bernd Paul. Er sprach vom Ehrenamt als „Kitt der Gesellschaft“. Im Polizeidienst stelle er ähnliche negative gesellschaftliche Entwicklungen fest, wie es auch im Feuerwehrwesen der Fall sei. Es geht um zunehmende Beleidigungen und Anfeindungen gegen die Einsatzkräfte sowie um allgemein zunehmend respektloses Verhalten am Einsatzort. Dieses Thema nahm der Verbandsvorsitzende Michael Klier ebenfalls in seinen Jahresbericht auf. Zudem berichtete er über die zahlreichen Verbandsaktivitäten im Jahr 2017. Darunter fielen unter anderem die Teilraumgespräche, der Kreisfeuerwehrtag in Harbach, die Planungen für den „alternativen Kreisfeuerwehrtag“, der am 05. August 2018 im Rahmen des Inheidener Seefestes stattfinden wird. Dort werden erstmals kein Festumzug und keine Kundgebung stattfinden. Weiterhin berichtete Michael Klier von den durchgeführten Seminaren, dem Klausurwochenende in Würzburg, auf dem die Weichen für die aktuellen und zukünftigen Verbandsthemen gestellt wurden. Darunter die Gründung einer Arbeitsgruppe zum Thema „Führungskultur in der Feuerwehr“. Sehr gut angekommen ist die Kooperation mit Apollo-Optik. Feuerwehrfreuen und –männer erhalten gegen Vorlage eines Coupons günstige Konditionen beim Kauf einer Brille. Apollo-Optik wird dieses Pilotprojekt nun gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband deutschlandweit anbieten.

Begrüßung Michael Klier web

Kreisbrandinspektor Mario Binsch stellte in seinem Bericht der Gefahrenabwehr die Einsatz- und Alarmierungszahlen aus dem vergangenen Jahr vor. Demnach gab es im Jahr 2017 3658 Einsätze. Zudem berichtete er von der Vielzahl an Einsätzen während der schweren Unwetterlage im Mai 2018, die nahezu alle Einsatzkräfte des Landkreises betroffen haben.

Geehrt wurden Ullrich Muhly (nicht anwesend) und Jochen Käs. Ullrich Muhly wurde das goldene Brandschutz-Ehrenabzeichen am Bande für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst verliehen. Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen in Silber erhielt Jochen Käs für langjährige Tätigkeit im Vereinsvorstand.

Ehrung

Abschließend stellte Martin Lutz von der FeuerwehrAgentur die Ergebnisse der Studie Firebalance II vor, bei der im Auftrag der Unfallkasse Hessen, des Landkreis Gießen und des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen die Belastungssituation von ehrenamtlichen Leitern von Feuerwehren untersucht wurde. Die Hauptergebnisse sind, dass stabilisierender Faktor für Gesundheit, Zufriedenheit und längerer Ausübung der Leitungstätigkeit Methodenkompetenz, also Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Kommunikation, Zeitmanagement, Kritik, Umgang mit Störungen, Führungsverhalten ist. Anlass für dieses Projekt war die Erkenntnis im Jahr 2013, dass vermehrt gut ausgebildete Führungskräfte ihren Führungsposten frühzeitig verlassen. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen demnach die Notwendigkeit, dass vermehrt Schulungen für die Führungskräfte der Feuerwehr zu den oben genannten Themen angeboten werden.

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